Dec
22

3 Gründe, warum es auch 2012 nichts mit den guten Vorsätzen wird

Ihr kennt das bestimmt, kurz vor dem neuen Jahr macht Ihr Euch Gedanken über Eure Vorsätze. Es sind meistens Dinge, die Ihr ändern wollt und die im nächsten Jahr nicht so weitergehen dürfen wie im Alten. Es sind so abstrakte Vorsätze wie Abnehmen, mehr Sport treiben, eine Fremdsprache lernen oder weniger Geld ausgeben und mehr sparen. Wie Euch bestimmt schon aufgefallen ist, klappt dies nur in wenigen Fällen. Da helfen auch Wii Sports, Pulsuhren, tragbare Mp3 Player oder Smartphones mit Stoppuhr nicht. Wir nennen Euch heute 3 Gründe, warum die meisten Vorsätze nichts werden und wie Ihr es trotzdem schafft einige umzusetzen.

Um es vorab klar zu machen, auch die Prokrastination trägt Ihren Teil dazu bei. Im Volksmund wird sie Aufschieberitis genannt und laut Wikipedia beschreibt sie das Verhalten, dass wir notwendige und vielleicht auch unangenehme Arbeiten immer wieder aufschieben, anstatt sie sofort zu erledigen. Der Schluss liegt nahe, dass wir prokrastinieren, weil wir faul sind und wir unsere Zeit schlecht managen können. Doch dem ist nicht so! Die Wahrheit ist nämlich, dass wir Schwäche zeigen, wenn der Impuls zur Handlung aufkommt und das wir es nicht schaffen über unser Denken nachzudenken. Klingt seltsam, ist aber so.

In unserem Alltag müssen wir immer wieder Entscheidungen treffen, die sich kurzfristig oder langfristig auswirken. Es ist auch eine Entscheidung zwischen kurzfristiger und langfristiger Belohnung. Ihr merkt das, wenn Ihr Euren Einkaufszettel für den Supermarkt schreibt, dass Ihr viele gesunde Sachen wie Obst und Gemüse aufführt, doch im Supermarkt nehmt Ihr dann doch die Süßigkeiten. Das Obst kauft Ihr vielleicht auch, aber dies wird in Euren Kühlschrank vor sich hin modern. Was ist hier passiert?

Ihr befindet Euch im Konflikt. Euer Vernunftteil des Gehirnes steht im Konflikt mit dem Affenhirn (dem Stammhirn). Das Affenhirn ist auf kurzfristige Belohnung aus und die bekommt es mit den Süßigkeiten. Die Vernunft hingegen achtet auf das was gut für uns und sucht das Gemüse aus. Wenn es zur Entscheidung kommt, so gewinnt das Affenhirn.

Jetzt oder später

Bei Filmen und Büchern ist es genauso. Ihr neigt dazu die schwere Kost in die Zukunft zu schieben, damit Ihr die leichten Filme heute genießen könnt. Das was in Eurem Geist hängen bleiben könnte, wird erst gar nicht hereingelassen und das was nur durch Euren Geist rauscht, ist sofort wieder draußen.

In einer Studie von Read, Loewenstein und Kalyanaraman wurde dies bewiesen. Die Testpersonen mussten drei Filme aus einer Sammlung von 24 Filmen auswählen. Es waren Filme wie „Schlaflos in Seatle“, „Mrs. Doubtfire“, „Schindlers Liste“ und „Das Piano“ dabei. Es konnten also Filme ausgewählt werden, die unterhaltsam sind und Filme, die erinnerungswürdig sind. Die Probanden mussten nun drei Filme auswählen und nach der Wahl sofort einen anschauen. Der zweite Film wurde dann zwei Tage später angeschaut und der dritte Film wieder zwei Tage später. Viele Teilnehmer haben Schindlers Liste ausgesucht, aber diesen nicht als ersten Film angeschaut. Sie wählten leichte Kost wie „Die Maske“ oder „Speed“.

In der Auswertung stellten die Forscher fest, dass die Probanden sich am ersten Tag zu 44 % für anspruchsvolle Filme entschieden. Für den zweiten Tag stieg dieser Wert auf 63 % und für dritten Tag auf 71 %. Das Experiment wurde verändert und die Teilnehmer mussten alle Filme am gleichen Tag hintereinander gucken. In diesem Fall war Schindlers Liste nicht mehr unter den beliebtesten Filmen. Seine Beliebtheit sank um 93 %.

Der Konflikt

Wir stehen ganz oft im Konflikt zwischen dem was wir wollen und dem was wir sollten. Wenn das was wir wollen gewinnt, so gewinnt das Affenhirn. Wenn das wir sollten gewinnt, so hat die Vernunft sich einmal durchgesetzt.

Da wir das nun wissen, ist die Frage: Wie lösen wir diesen Konflikt? Dafür haben wir etwas vorbereitet. Ihr müsst Euch zunächst klar machen, dass jede Aufgabe, die Ihr aufschiebt an Euer späteres Ich geschoben wird. Von diesem zukünftigen Ich erhofft Ihr Euch eine Lösung der Probleme und Bearbeitung der Aufgaben. Aber da liegt Ihr falsch. Ihr vertraut Euren künftigen Ich und das ist falsch! Denkt mal drüber nach, dieses zukünftige Ich wird es so viel anders handeln, als das Ich der Gegenwart? Nein, wird es nicht. Es wird genau wie Ihr damit beschäftigt sein, sich seine Belohnungen in der Gegenwart zu suchen.

Macht Eure Pläne konkret. Das heißt setzt Euch Ziele und Fristen. Wer einfach nur Abnehmen möchte, wird dies nicht schaffen. Macht Euch klar wie viel Ihr abnehmen wollt und in welchen Zeitraum. Laufpläne, die das Joggen regulieren, helfen hier.

Je größer Eure Pläne werden, umso schwieriger wird es sie umzusetzen. Dies liegt an den fehlenden kurzfristigen Belohnungen. Unser Gehirn ist nämlich auf diese Kurzfristigkeit ausgelegt. Wenn Ihr nun Eure Pläne umsetzen wollt, so solltet Ihr die große Idee in viele kleine Ideen zerlegen und Euch belohnen, wenn er eine kleine Idee umgesetzt habt. Das ist alles.

Wir fassen das nochmal zusammen (Tl,dr)

  1. Hört auf Euren zukünftigen Ich zu vertrauen
  2. Macht Eure Pläne konkret. Konkret heißt, dass Ihr Euch Ziele und Fristen setzt.
  3. Zerlegt Eure Pläne in kleine Teile und feiert jeden abgeschlossenen Teil

 

Quelle: you are not so smart | procrastination


Chefredakteur alaTest Deutschland / Österreich / Schweiz: Jakob Eifler



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